Anlaufstelle für seelische Krisen

03. Juni 2018

SPD-Bezirksrätin besucht Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas

Bei einem Besuch beim Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas in, Träger des Krisendienstes Psychiatrie, informierte sich die SPD-Bezirksrätin Elisabeth Jordan über die Arbeit des Krisendienstes Psychiatrie.

Siegfried Zimmermann, Leiter des Caritas - Sozialpsychiatrischen Dienstes und Cornelia Moskart, stellvertretende Fachdienstleitung Sozialpsychiatrischer Dienst, berichteten Bezirksrätin Jordan, wie die Arbeit des Krisendienstes, der vom Bezirk Oberbayern initiiert und finanziert wird, gebraucht wird.
„Im Zeitraum von Februar 2017 bis Ende März 2018 gab es 122 von der Leitstelle des Krisendienstes ausgelöste Einsätze“, erläuterte Siegfried Zimmermann. Telefonisch hätten 516 Menschen in einer seelischen Krise das Beratungsangebot angenommen, wie die Stellvertreterin Cornelia Moskart ergänzte. „Für die Mitarbeiter des Krisendienstes, die für den Landkreis und die Stadt Rosenheim zuständig sind, bedeutet dies eine sehr hohe Arbeitsbelastung, da bislang die Krisendienste personell noch nicht nach Einwohnerzahl und Einsatzzahlen ausgestattet sind“, bedauerte Zimmermann.

Die mobilen Einsätze zur Krisenintervention gestalteten sich auch durch die langen Anfahrtswege im Landkreis sehr zeitintensiv und seien mit dem zugeteilten Personal schwer zu bewältigen. „Die durchschnittliche Einsatzzeit bei mobilen Einsätzen beträgt vier Stunden“, so Cornelia Moskart. Beide betonten, die Einführung des Krisendienstes durch den Bezirk sei sehr positiv für die Menschen in Stadt und Landkreis und bedankten sich bei Bezirksrätin Jordan, dass die politische Ebene in Oberbayern dieses wichtige Angebot umsetze und finanziere.

Direkt beim Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas in Rosenheim meldeten sich jedoch auch Menschen in seelischer Not, die nicht über die Telefonnummer des Krisendienstes Kontakt aufnähmen. Diese erscheinten in dessen Statistik nicht, erhielten jedoch die gleiche Beratung und Unterstützung. „Dies verdeutlicht die dringende Notwendigkeit, die personelle und finanzielle Ausstattung der Krisendienste und der Sozialpsychiatrischen Dienste, zukünftig neu zu ordnen“, so SPD-Bezirksrätin Jordan.

„Ich fordere die Bayerische Staatsregierung dringend auf, das grundlegend, nach den Einschätzungen der Experten überarbeitete Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz endlich vorzulegen. Die dann darin enthaltenen Verbesserungen für den Krisendienst Psychiatrie dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden. Der Freistaat muss in die Finanzierung der Krisendienste einsteigen und gewährleisten, dass dieses Angebot in ganz Bayern Anwendung findet“, zeigte sich Bezirksrätin Jordan abschließend kämpferisch.

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