Brennendes Thema Pflege – Dilemma Personalmangel

12. September 2018

Die größte Schwierigkeit im ambulanten wie im stationären Bereich sei laut Maximilian Gruber, Pflegedienstleiter des Caritas Altenheims St. Martin und seiner Kollegin Daniela Müller, Pflegedienstleiterin des Ambulanten Pflegedienstes der Caritas in Rosenheim, das Finden und Halten von Fachpersonal in der Pflege. Dies erfuhren die SPD-Politikerinnen Britta Promann,(Landtagskandidatin Rosenheim Ost) und Elisabeth Jordan (Bezirks- und Stadträtin) in Begleitung der Betreuungsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler, MdB und Verena Schmidt-Völlmecke Landtagskandidatin aus dem Landkreis Miesbach bei dem Besuch im Caritas Altenheim St. Martin in Rosenheim.

Die beiden leitenden Mitarbeiter der Caritas führten weiter aus, dass die Hürden bei den Anerkennungsverfahren von neuen Mitarbeitern extrem hoch und bürokratisch seien. Das müsse sich ändern, waren sich beide einig. „Im stationären Sektor kommen über die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit auch Pflegekräfte aus den Philippinen oder aus anderen Ländern. Dies sollte ein für alle beteiligten ein gewinnbringendes Projekt sein. Allerdings nutzen diese Chance dann für viele als Sprungbrett ins Krankenhaus, denn dort werden die höheren Gehälter bezahlt.“, beklagte Maximilian Gruber. Insgesamt gibt es wenige deutsche Bewerber und es ist sehr schwer die Pflegenden am Bett und direkt am Patienten zu halten. Viele gehen in leitende Positionen und verlassen den Beruf ganz. Dr. Bärbel Kofler, MdB betonte dass das Thema Pflege ein brennendes sei und es Ziel der Politik sein müsse, eine würdige Pflege und gute Arbeitsbedingungen für Pflegende zu ermöglichen.

Eine Forderung der beiden Praktiker an die Politik war auch, dass Tarifsteigerungen abgefangen werden müssen. Die SPD Politikerinnen Promann und Jordan lobten die Anstrengungen der Caritas in der Ausbildung des Nachwuchses im eigenen Haus. In diesem Ausbildungsjahr haben drei Auszubildende die Ausbildung begonnen, nur ein Platz sei noch frei geblieben, erfuhren die Sozialpolitikerinnen. „ Dies ist eine gute Möglichkeit dem Fachkräftemangel durch eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu begegnen!“, zeigte sich Jordan erfreut. Ob die geplante generalisierte Ausbildung die angespannte Lage in der Altenpflege verbessern könne, wurde in der Runde kritisch diskutiert.

Gruber und Müller pflichteten der Bezirksrätin Jordan bei, dass durch die Änderung in der Ausbildung eine echte Entspannung in der Altenpflege nicht zu erwarten sei. Auf die Nachfrage von Britta Promann, was in der Praxis entlasten würde, antwortete Frau Müller aus Sicht der ambulanten Pflege, dass durch das Pflegestärkungsgesetz, das Betreuungszeiten und Entlastungsbeiträge vorsieht, positive Veränderungen da seien und der Zeitdruck ein wenig gebessert sei.

Maximilian Gruber erläuterte noch die Planungen der Caritas für einen Neubau des Altenheims St. Martin, das durch ein innovatives Wohngruppenkonzept neue Wege beschreitet. Abschließend bekräftigten die SPD Politikerinnen, dass sich in der Pflege dringend etwas tun müsse. Sie betonten am Beispiel Schweden, wie es gehen könne, das aus der Teilkaskoversicherung für die Pflege eine Vollkaskoversicherung werden könne. „Das könnte vieles verbessern und mit einer geänderten Finanzierung ließen sich die drängenden Probleme in der Pflege besser angehen und lösen!“, so Jordan.

Bildunterschrift von links nach rechts:

Britta Promann, SPD Landtagskandidatin Rosenheim Ost; Maximilian Gruber, Pflegedienstleitung Caritas Altenheim St. Martin; Daniela Müller, Pflegedienstleitung des Ambulanten Dienstes der Caritas,; Elisabeth Jordan örtliche SPD Bezirks- und Stadträtin; Dr. Bärbel Kofler, MdB und Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte; Verena Schmidt-Völlmecke aus dem Landkreis Miesbach;

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